Hochschule Düsseldorf
University of Applied Sciences
Peter Behrens School of Arts
Fachbereiche Architektur und Design

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Peter Behrens School of Arts / Wettbewerb
15.05.2017

Projekt Bunkerberg in Wittenberg

Das Jahr 2017 steht vor allem in Wittenberg ganz im Zeichen des 500-jährigen Reformationsjubiläums, das dort von Mai bis September mit einem umfangreichen Programm, der „Weltausstellung Reformation 2017“, gefeiert wird. Um unterschiedliche Orte in Wittenberg für die vielfältigen Programmpunkte entsprechend zu gestalten, hat die Projektleitung des Veranstaltungsprogramms im Frühjahr 2015 einen internationalen Wettbewerb unter ausgewählten Hochschulen ausgeschrieben – darunter auch die Peter Behrens School of Arts der Hochschule Düsseldorf. Die sogenannten „Torräume“ sollten von verschiedenen Hochschulen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz entwurflich bearbeitet werden. Pro Torraum gab es am Ende drei Entwürfe aus insgesamt 21 internationalen Hochschulen, die dann im Juli 2015 von einer Fachjury bewertet wurden.

Ein Studierenden-Team unter der Leitung von Prof. Gabi Schillig aus dem Fachbereich Design hat sich hier mit einem Entwurf für den Torraum „Spiritualität“ beschäftigt – und ihre Idee überzeugte auch die Jury und den Auslober des Wettbewerbs die sich für eine Realisierung des Düsseldorfer Konzeptes entschieden: Um auch den dortigen Bunkerberg, einen bis vor kurzem weitgehend überwucherten Hügel in der Nähe des bekannten Lutherhauses, als attraktiven Aufenthaltsort umzugestalten, sah es deren Konzept vor, eine Installation zu entwickeln, die sowohl Begegnungs- und Kommunikationsorte, aber auch Räume der Stille schafft als auch im Sinne einer allgemein bespielbaren innerstädtischen Naturfläche genutzt werden kann. Bereits kurz nach der Ausschreibung hat die Gruppe das Gelände besucht und sich von der sie umgebenden Natur ebenso wie den sich vom Hügel aus bietenden Perspektiven inspirieren lassen. Somit stand das Konzept ihrer Installation bald fest: Eine Inszenierung des Kontrasts zwischen Himmel und Erde und die Begegnung mit der Natur – „Die Suche nach mir selbst“ wurde zum programmatischen Titel. In den Monaten nach der Wettbewerbsentscheidung arbeitete die Gruppe um Amelie Ritter, Kathrin Rutschmann, Jonas Schneider, Ruven Wiegert, Lisa Zeuner in Zusammenarbeit mit Michael Swottke, Leiter der Modellbauwerkstatt im FB Design, weiter an Visualisierungen des Entwurfs und konkretisierte in Zusammenarbeit mit dem Bauherrn und den Landschaftsplanern sowie der Stadt Wittenberg den Entwurf. Dabei zeigte sich etwa, dass die Topografie und Beschaffenheit des Bunkerberges sich komplizierter darstellte als gedacht und es auch immer wieder neue Vorgaben seitens der Landschaftsplaner gab.

„Für viele der Design-Studierenden war es neu, raumbezogen in einem solchen urbanen Maßstab und Kontext zu arbeiten“, erklärt Prof. Schillig. Mit professioneller Unterstützung des Bauingenieurs Arne Künstler aus dem Frankfurter Tragwerksplanungsbüro „imagine structure“ und mit der Realisierungsphase in Zusammenarbeit mit der Architekturwerkstatt Berlin Planungsgesellschaft mbH ist der Bauprozess kurz vor der Eröffnung am 20. Mai noch in vollem Gange: Die Installation besteht, neben einem Dach in dem sich der Himmel spiegelt, aus nur auf Stützen befestigten fünf unterschiedlich langen Stegen, die nahezu freischwebend durch die Luft führen. Die verspiegelten Stege fügen sich einerseits in die Landschaft ein, ragen an einzelnen Stellen aber auch bewusst aus ihr heraus. An vereinzelten Abschnitten erlauben Gitterroste zudem einen Blick auf das darunterliegende Grün, durch die verspiegelten Brüstungen werden die Besucher/innen aber dem Titel entsprechend auch selbst Teil der Inszenierung. Die Rauminstallation ist ein Geschenk der Evangelischen Kirchen Deutschlands an die Stadt Wittenberg und soll im Gegensatz zu den anderen temporären Arbeiten im Stadtraum auch nach dem Reformationsjubiläum erhalten bleiben.

„Da die Studierenden des Entwurfteams aus den unterschiedlichen Studiengängen des Fachbereichs Design kamen, brachten alle unterschiedliches spezifisches Wissen und Können mit, das sich am Ende perfekt ergänzt hat“, resümiert Gabi Schillig schlussendlich mit großer Zufriedenheit das Ergebnis. Eingeweiht werden die Stege pünktlich zu Beginn des Festprogramms am 20. Mai 2017.

Nähere Informationen zum Programm finden sich unter https://r2017.org/weltausstellung-reformation.
Unter dem folgenden Link findet sich ein Bericht der Studierenden zum Entwurfsprozess der ersten Entwurfsphase bis zum Ende des Wettbewerbs:
https://r2017.org/neuigkeiten/beitrag/von-der-idee-zum-modell-studierende-aus-duesseldorf-dokumentieren-weg/​

Visualisierungen des Entwurfs - so wird die fertige Stege ab dem kommenden Samstag zu sehen und zu begehen sein.
Visualisierungen des Entwurfs - so wird die fertige Stege ab dem kommenden Samstag zu sehen und zu begehen sein.
Aktuelle Impressionen von der Baustelle - es bleibt bis kurz vor der Eröffnung spannend. Fotos (3): Ruven Wiegert
Aktuelle Impressionen von der Baustelle - es bleibt bis kurz vor der Eröffnung spannend. Fotos (3): Ruven Wiegert