Wir laden zu einem Abend ein, der Öffentlichkeit in den Mittelpunkt rückt.
Es wird diskutiert, es wird bewundert, es wird hinterfragt.
Öffentlichkeit ist kein gegebener Zustand. Hannah Arendt verstand sie als Imperativ: als etwas, das immer wieder hergestellt, verteidigt und praktiziert werden muss. Heute erscheint diese Forderung besonders dringlich.
Die analogen Fotografien von Christoph Kaluza, entstanden während einer Sommerexkursion des Studio Timofticiuc in vier brasilianische Städte, zeigen Architektur als Infrastruktur des Gemeinsamen und dienen als Referenz für die Frage, wie Öffentlichkeit heute räumlich wirksam werden kann.
Vor diesem Hintergrund positioniert sich RE-STREET, eine Masterarbeit von Franca Föcking im Studio Timofticiuc in Zusammenarbeit mit Kay Schröder. Das Projekt formuliert eine kritische Perspektive auf den öffentlichen Raum in Düsseldorf und versteht das Automobil nicht länger als integralen Bestandteil der Straße, sondern als logistisches Objekt. Der daraus resultierende Rückzug eröffnet neue architektonische und stadtpolitische Potenziale für Öffentlichkeit.
Beide Arbeiten sind als Diskursangebote zu verstehen – als Einladung, Öffentlichkeit erneut als gemeinsame Aufgabe zu begreifen.