Vom 26. bis 29. Mai fand die Intra- und Extramuroswoche im Sommersemester 2026 im Fachbereich Design der Peter Behrens School of Arts statt.
Es gab unterschiedliche Seminargebote, Exkursionen wurden durchgeführt und unsere Studierenden erhielten viele neue Impulse. In dieser Woche hatten unsere Studierenden die Möglichkeit, sich intensiv mit einem Thema zu befassen und dieses umzusetzen. Hier einige Eindrücke, Umsetzungen und Ergebnisse:
Kunstbiennale Venedig
Prof.in Sigrid Bürstmayr
Besuch der 61. Kunstbiennale Venedig 2026 „In Minor Keys curated by Koyo Kouoh & Team“. Sie zeigt eine Auseinandersetzung von Kommentaren zum Weltgeschehen mit der Besinnung auf natürliche Lebensräume und die Rolle der Kunst in der Gesellschaft.
Bereits im Vorfeld der Exkursion analysierten die Studierenden die inhaltlichen und gestalterischen Konzepte individuell ausgewählter Länderpavillons. Die Ergebnisse wurden in Präsentationen vorgestellt und dienten als Grundlage für die gemeinsame Auseinandersetzung und einer Analyse anhand der Visitor Journey vor Ort.
Anhand unterschiedlich aufgesetzten „Brillen“ beispielsweise mit Fokus auf Grafikdesign, Materialauswahl, Interaktion, Medieneinsatz oder Barrierearmut wurden weitere Ausstellungen analysiert und im Detail besprochen.
Trilogie / Trilog - Eine Kooperation mit der Accademia di Belle Arti di Venezia und der University of Rijeka
Prof. Lars Breuer
Im dritten Teil der Kooperation mit der Accademia di Belle Arti di Venezia und der University of Rijeka empfangen wir die Gäste in Düsseldorf. Gemeinsam und in internationalen Gruppen werden wir an einer Ausstellung arbeiten, die wir am Freitag, den 29. Mai, dem letzten Tag der Muros-Woche, öffentlich präsentieren werden. Dafür stehen uns die Ausstellungsräume des Weltkunstzimmers (weltkunstzimmer.de) in Düsseldorf zu Verfügung.
Den zentralen Teil unserer Arbeit werden großformatige Arbeiten auf Leinwand bilden, die frei im Raum hängend präsentiert werden sollen. Als dritten Teil einer mehrjährigen Kooperation wird dem Titel „Trilogie“ bewusst der Begriff „Trilog“ beiseitegestellt. Ein Trilog soll nicht nur zwischen den Studierenden aus drei Ländern bei der Erstellung ihrer Arbeit entstehen. Ein Trilog soll auch dadurch entstehen, dass der zentralen Arbeit auf Leinwand zwei weitere Komponenten hinzugefügt werden: eine physisch-materielle (Malerei, Skulptur, Fundobjekt) und eine digital-performative Entsprechung (Sound, Bewegtbild, Performance) im weitesten Sinne. Alle drei Teile des Trilogs bleiben bewusst offen und sind Teil der künstlerisch-gestalterischen Arbeit. Zeigen soll die Ausstellung als ganzes die lebendige Vielfalt der internationalen Kooperation und die Zusammenarbeit mit unseren Gästen aus Rijeka und Venedig. Gemeinsam und in internationalen Gruppen begeben sich die Studierenden auf eine kollaborative Reise, die über konventionelle akademische Forschung hinausgeht. Kleine Touren in Düsseldorf und Köln sollen das Seminar inhaltlich bereichern.
BIENNALE ARTE 2026: IN MINOR KEYS
Prof. Bernhard Franken
Die Kunstbiennale in Venedig ist die bedeutendste Ausstellung zeitgenössischer Kunst weltweit. Abgesehen von ihrem hochkarätigen künstlerischen Programm vereint die Biennale drei zentrale Ausstellungsformate als räumliche Kommunikationsformen: Die Länderpavillons im Park der Giardini bieten seit jeher Raum für nationale Perspektiven und experimentelle Positionen. Der zweite große Ausstellungsbereich im historischen Arsenale – dem ehemaligen Kriegshafen der Venezianer – schafft mit seiner monumentalen Architektur einen eindrucksvollen Resonanzraum für die gezeigten Werke. Ergänzt wird das offizielle Programm durch zahlreiche Collateral Events in Palazzi, Kirchen und ungewöhnlichen Orten der Stadt, die Venedig selbst zur Bühne für zeitgenössische Kunst machen.
Die 61. Internationale Kunstausstellung der Biennale di Venezia trägt den Titel In Minor Keys und wird von Koyo Kouoh kuratiert. In ihrem kuratorischen Statement beschreibt Koyo Kouoh den Ansatz der Ausstellung als bewusste Hinwendung zu leisen, nuancierten und oft überhörten Stimmen. In Minor Keys versteht sich als Einladung, jenseits dominanter Erzählungen und lauter Gesten nach den Zwischentönen
und lauter Gesten nach den Zwischentönen unserer Gegenwart zu suchen. Die Ausstellung rückt fragile, poetische, intime und widerständige künstlerische Praktiken in den Mittelpunkt und fragt, wie Kunst in Zeiten globaler Krisen neue Formen des Zuhörens, der Solidarität und des Zusammenlebens eröffnen kann.
Dabei geht es weniger um spektakuläre Antworten als um das Schaffen von Resonanzräumen: um Empathie, Erinnerung, Fürsorge, Spiritualität und kollektive Imagination. In Minor Keys begreift Kunst als Möglichkeit, alternative Zukünfte zu entwerfen – leise, vielstimmig und zutiefst menschlich.
London Calling
Prof. Holger Jacobs
London ist die ganze Welt in einer Stadt. Meist schnell, hektisch und voller Energie, manchmal aber auch ganz relaxed bei einem Guinness im Pub. Beide Seiten wollen wir erkunden. Es wird anstrengend. Bringt gute und bequeme Schuhe mit!
Auf dem Programm stehen vor allem Museumsbesuche (sowohl in den großen als auch in den weniger bekannten kleinen), ebenso wie Studiobesuche und die St. Brides Library, eine der ältesten typografischen Bibliotheken. Natürlich auch Londoner Pubs und Märkte.
Siebdruck
Paula Knaps
Es geht im Seminar um eine Einführung in den Siebdruck . Ich möchte meine Studierenden gut vorbereiten damit sie nach der intensivierte freier in der Werkstatt arbeiten können und natürlich einen Eindruck haben wie der Siebdruck für ihre individuelle Arbeit einsetzbar ist. Inhaltlich gebe ich keine Vorgaben. Wir arbeiten im Kreativbereich und ich möchte jeder Person die größtmögliche Freiheit bieten.
Wir haben in kleinen Gruppen die Vorbereitung/ siebaufbereitung umgesetzt und dann sehr individuell geschaut welches Projekt welche Zeit benötigt und wie viel Farben genutzt werden, welches Material gebraucht wird sodass der Druckproben bestmöglich vorbereitet ist und das Ergebnis den Studierenden gefällt.
Ich versuche die vielen Möglichkeiten des Siebdrucks zu vermitteln, dazu gehört für mich der Handdruck und der Textildruck neben der technischen Vermittlung der klassischen druckmethode am siebdrucktisch. Je freier wir über die technischen Möglichkeiten gesprochen haben desto freier wurde der Ausdruck der Studierenden und wir haben gemeinsam neue Entdeckungen gemacht und experimentieren können.
Die Ergebnisse sind außergewöhnliche spannende Arbeiten in einer breiten Ideenwelt. Von streetart, Illustrationen und Fotografien auf Aluminium, Papier, Textil und Sonderpapieren. Materialität, Ausdruck und Handwerk wurden immer wieder aufgelöst und neu zusammen gepuzzelt und die Studierenden haben sich gegenseitig angefeuert und unterstützt.
La Luce d’Italia – ein Fotoprojekt in Italien
Hartmut Nägele
Welche Vorstellungen haben wir von Italien und welchen Einfluss haben diese auf unsere Wahrnehmung von Orten?
Unsere Exkursion führt uns nach Faenza in der Emilia-Romagna, unweit der Küstenstadt Ravenna und der Universitätsstadt Bologna. Dort realisieren wir Fotoprojekte und besuchen unsere Partnerhochschule ISIA.
In den Fotoprojekten wird der Frage nachgegangen, wie wir Orte wahrnehmen, was uns dort besonders erscheint und warum wir darauf reagieren. Ziel war es, während des Aufenthalts fotografische Arbeiten zu erstellen, die den Ort beschreiben und unsere durch Medien und Erzählungen geprägten Vorstellungen ergänzen, hinterfragen oder kommentieren.
interfaces x - augmented rooms
Alexander Rechberg
In diesem Muroskurs geht es um experimentelle Formen der Projektion und des medialen Gestaltung im Raum. Im Zentrum steht die Auseinandersetzung mit erweiterten Bild- und Wahrnehmungsformen, etwa durch Projection Mapping oder die digitale Überlagerung und Augmentierung von Graphiken, Gemälden oder Objekten. Ziel ist es, innovative Konzepte für den künstlerischen Einsatz von Projektions- und Displaytechnologien zu entwickeln und diese in prototypischen Arbeiten praktisch umzusetzen.
Rotterdam through Drawing
About the difference between looking and seeing, hearing and listening
Prof.in Mone Schliephack
Wir haben Rotterdam zeichnend entdeckt und das Zeichnen zur Schärfung der Wahrnehmung genutzt – allerdings nicht nur des Sehens, sondern auch des Hörens. Aufgabe war, auf experimentelle Weise auch Klänge, Geräusche und Lärm in den Zeichnungen der Skizzenhefte mit sichtbar zu machen. Formenspiele, Überlagerungen, Atmosphären, Strukturen und Rhythmen sind Begriffe, die Sichtbares genauso beschreiben wie Hörbares. Wir waren neugierig herauszufinden, ob sich Analogien z.B. von Rhythmen der Geräusche und von Lärm in der Architektur wiederfinden lassen? Und was ist Deep Listening? Gibt es auch Deep Seeing?
Das Thema sollte uns von dem Anspruch befreien, ausschließlich das Reale und vordergründig Sichtbare abbilden zu müssen. Ziel war, den eigenen Zeichenstil aufzulockern und eine experimentelle Herangehensweise auszuprobieren, d.h. Auf-Zeichnungen und Notationen von visuellen und auditiven Wahrnehmungen anzufertigen und damit zeichnerisch zu spielen. In dieser Woche stand deshalb der Prozess und die Erfahrungen mehr im Vordergrund als die Ergebnisse. Entstanden sind dabei Wahrnehmungstagebücher, die jetzt zu Hause noch fertig gestellt und etwas später final präsentiert werden.
Außerdem stand auf dem Programm:
das gläsernde Museum Depot Boijmans, Studio visit beim Zeichner Johan Kleinjan, eine Führung im Fenix Museum, eine Research Night im Nieuwe Institut für Design mit dem Thema „Near Silence: The Politics of Quiet sowie der PrintRoom Rotterdam (Riso-Druckerei, Archiv, Workshopspace und Shop)