Hochschule Düsseldorf
University of Applied Sciences
Peter Behrens School of Arts
Fachbereiche Architektur und Design

Prof. Mareike Foecking

PBSA > Personen > Mareike Foecking > Übersicht

Professorin für Fotografie

​​​Photographie hat in den Jahren ihrer Existenz sehr unterschiedliche Arten der gesellschaftlichen Relevanz und Präsenz erlebt.

Von der Mode das eigene Bild, kurz nach der Erfindung der Photographie, als Visitenkarte weiterzugeben und zugleich die Nutzung als „portrait parlée“, als Möglichkeit Armut und unzumutbare Arbeitsbedingungen sichtbar zu machen, in den 20ger Jahren zur zeitgleich aufkommenden Mode- und Werbephotographie, die fortan zu einem wichtigen Kommunikationsmittel im Wettbewerb um die Aufmerksamkeit von Konsumenten wurde.

Die Photographie war mit ihren Möglichkeiten zur Dokumentation von Ereignissen an nicht für alle Menschen zugänglichen Orten, immer auch ein Regulativ.

So griffen ikonische Bilder, wie das Bild des fallenden Soldaten von Robert Capa, in den Lauf der Geschichte ein, so wie auch das Bild des nackten weinenden Mädchens, das die Wahrnehmung und Bewertung des Vietnamnkrieges in der amerikanischen Bevölkerung ebenso änderte, wie zuvor Capas Bild die des spanischen Bürgerkrieges.

Der ewige Wettstreit ob Photographie auch Kunst sein kann, oder Kunst Photographie, zieht sich über Jahrzehnte und durchlebt unterschiedlichste Diskurse, bis diese in den siebziger Jahren an
unterschiedlichen Orten ganz selbstverständlich in die sich selbst gestaltende Kunstgeschichte einfließt. So durch John Baldessari an der Cal Art und der dort entstandenen Picture Generation und Bernd und Hilla Becher an der Kunstakademie Düsseldorf und ihren international bekannt
gewordenen Studenten.

Mit der fortschreitenden Globalisierung gewinnt das corporate image, das Bild, welches ohne Sprache von verschiedensten Kulturen gelesen werden kann, eine immer größere Bedeutung.

Mit den ständig verfügbaren Smartphones und damit gekoppelten Plattformen, die ein direktes Publizieren privatester oder aber auch öffentlichster, bisher nicht sichtbarer Bilder an ein möglicherweise nicht zu begrenzendes Publikum ermöglichen, tritt die Photographie scheinbar in eine Phase der Demokratisierung.
Zugleich wird sie aber auch in einem bisher nicht bekannten Maß zu einem Mittel der Manipulation, da die Frage der Autorschaft, des Absenders und damit verbunden die Frage nach den Akteuren des visuellen Kommunizierens eine neue Dimension und Relevanz erreicht.

Die Fragen nach dem Bild selbst als Akteur werden immer dringlicher und parallel dazu die Fähigkeiten die Bilder lesen und entschlüsseln zu können von großer Bedeutung für den gesellschaftlichen Prozess in einer Demokratie.

​Medienkompetenz umfasst nicht nur den Umgang mit den Geräten oder Medien sondern vor allem auch das Lesen und Reflektieren der angebotenen Informationen, wie auch, für Designer wichtig, das verantwortungsvolle Gestalten und Neu-Erfinden dieser.

​Mit der aufkommenden Virtual Reality entsteht eine neue Realitätsebene, die die Photographie vor ganz neue Herausforderungen stellt, die es im weiteren zu erforschen gilt, so wie es zu erforschen gilt, welche der Kompetenzen des Photographischen in die neue Technik übertragen werden können und helfen können, diese zu einer spannenden, verantwortungsbewusst und positiv zu nutzenden neuen Technik werden zu lassen.

Kontakt

Raum BE.32
Georg-Glock-Straße 15
40474 Düsseldorf
Fachgebiet: Fotografie