Fachbereich Architektur & Innenarchitektur
In diesem wird Forschung vor allem im Bereich Nachhaltiges Bauen ausgeführt. Dabei stehen die praktische Überführung von Lehrinhalten, 1:1-Projekte sowie eine ganzheitliche Nachhaltigkeit im Vordergrund.
Mit steigendem Bewusstsein für die Auswirkungen von zunehmender und sich immer wieder ändernder ökonomischer, ökologischer sozialer, politischer und wirtschaftlicher Polarisierung entsteht weltweit der verstärkte Wunsch nach einem neuen gesellschaftlichen Paradigma auf der Grundlage nachhaltigerer Lebensweisen, Lebensqualität, sozialer Integration, Umweltbewusstsein und aktiver Beteiligung der Bewohner an der Entscheidungsfindung.
Das SOCIAL IMPACT STUDIO an der Hochschule Düsseldorf / Peter Behrens School of Arts in Düsseldorf experimentiert mit innovativen Lernmethoden, die praktische Lehre als Konzept in das sonst meist theoretische orientierte Hochschul-Curriculum integriert.
Diese Methodologie hat eine neue Studientypologie ausgebildet: Als Teil des akademischen Studiums lernen die Studierenden im Bachelor und im Master ihre Ideen 1:1 umzusetzen und sich von der Theorie zur Praxis zu bewegen.
Die Studierenden absolvieren alle Planungs- und Realisierungsphasen eines Bauprojektes - von der ersten Entwurfsskizze über Detailplanung, 1:1 Mockups, Realisierung, Kosten- und Bauzeitenkontrolle, sowie im Anschluss auch die langfristige Bauüberwachung.
Die Kooperation verschiedener Hochschulen, Institutionen und Kammern ist wesentlicher Baustein und fördert die unmittelbare Erfahrung des Konzepts „BUILD TOGETHER – LEARN TOGETHER“. Fragestellung und gleichzeitig auch Ziel ist das Erreichen von interdisziplinärer Kompetenz, welche über reines Faktenwissen hinaus vermittelt wird. Die Herausforderung der 1:1 Umsetzungen ermöglicht die Stärkung von selbstverantwortlichem Handeln und des Wertverständnisses für die eigenen Arbeit; die Förderung der experimentellen Gestaltung und Teamkompetenz und nicht zuletzt die gemeinschaftliche Partizipation an gesellschaftlichen Prozessen.
So erstrekcen sich die bisherigen Projekte in den vergangenen mehr als 14 Jahren von nationalen bis internationale Projekte (u.a. Süd-Afrika, Tansania, Zimbabwe, Ghana, Guinea als auch Remscheid, Düsseldorf, Osnabrück oder Eberswalde) und umfassen diverse Skalierungen und Typologien (von Grundschulbau, Lern- & Spielräumen als auch Theaterhalle oder Nachbarschaftspavillion oder mobieler Gemeinschaftsraum).
Das Institut für lebenswerte und umweltgerechte Stadtentwicklung (In-LUST) bündelt als zentrale wissenschaftliche Einrichtung an der Hochschule Düsseldorf interdisziplinäre Kompetenzen in Forschung, Lehre und Transfer zu nachhaltiger Stadtentwicklung. Im Fokus stehen resiliente, sozial gerechte und ressourcenschonende Transformationsprozesse urbaner Räume. Das Institut arbeitet praxisnah vor Ort in Quartieren unter Beteiligung aller Akteure wie Kommunen, Wirtschaft und Zivilgesellschaft und verbindet wissenschaftliche Grundlagen mit anwendungsorientierten Lösungen für die Stadt von morgen.
Das Institut setzt sich aus Professorinnen und Professoren sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Architektur und des Städtebaus, der Sozial- und Kulturwissenschaften, des (Kommunikations-)Designs und nachhaltigen Wirtschaftens sowie der Energie- und Umwelttechnik zusammen.
Nachhaltiges Bauen ist ein zentraler Forschungsschwerpunkt an der Peter Behrens School of Arts und umfasst die Entwicklung ressourcenschonender, klimaangepasster und sozialer Bau- und Stadtlösungen. Im Fokus stehen innovative Konzepte zur Reduktion von CO₂-Emissionen in Bau und Betrieb, zur Förderung der Kreislaufwirtschaft im Bauwesen sowie zur effizienten Nutzung von Materialien und erneuerbarer Energie über den gesamten Lebenszyklus von Gebäuden.
Der Fachbereich Architektur verbindet dabei experimentelle Lehre, angewandte Forschung und praxisnahe Umsetzung: von studentischen Wettbewerbsprojekten über Reallabore bis hin zu wissenschaftlich fundierten Strategien für den Gebäudebestand. Ziel ist es, zukunftsfähige Bauweisen zu entwickeln und gemeinsam mit Partnern aus Praxis, Wissenschaft und Gesellschaft in die Umsetzung zu bringen.
So entwickelte das interdisziplinäre Team MIMO der HSD im Rahmen des Solar Decathlon Europe 2021/22 ein innovatives Gebäudekonzept unter dem Leitgedanken „Minimal Impact – Maximum Output“. Ziel war und ist es, mit minimalem Ressourceneinsatz maximalen Mehrwert für Nutzer*innen und Umfeld zu schaffen. Am Beispiel der Aufstockung des Café Ada in Wuppertal wurde ein nachhaltiges, sozial orientiertes Wohnkonzept entwickelt, das gemeinschaftliche Räume fördert. Der Entwurf wurde durch Studierende und industrieller Unterstützung als 1:1-Demonstrator umgesetzt und zeigt die konsequente Nutzung ökologischer, recycelter und wiederverwendbarer Materialien sowie eine auf Basis von passiven wie aktiven Strategien basierende Raumkomfortbereitstellung bei zugleich ausgeglichener Jahresenergiebilanz.
Im Forschungsprojekt Kompetenzzentrum für zirkuläres Handwerk und Bauwirtschaft (second bau) soll ein Bauteillager als Reallabor für zirkuläres Bauen etabliert werden. Ziel ist es, Wiederverwendung und Kreislaufwirtschaft in Handwerk und Baupraxis systematisch zu verankern. Das Projekt verbindet Bildung, Forschung und Transfer und schafft neue Schnittstellen zwischen Baukultur, Handwerk und nachhaltiger Materialnutzung.
Das Forschungsprojekt CO2Bau widmet sich der Dekarbonisierung des Gebäudebestands durch ressourceneffiziente Transformations- und Materialstrategien. Im Fokus stehen diverse Partizipationsverfahren und Kommunikationsstrukturen mit unterschiedlichsten Akteuren, um praktikable Lösungen für klimagerechtes Bauen im Bestand zu forcieren.
Das Labor für Nachhaltiges Bauen (N.LAB) ist die zentrale Plattform für experimentelles und praxisorientiertes Arbeiten mit nachhaltigen Baustoffen, Materialien und Konstruktionen. Es verbindet Forschung, Lehre und Werkstattpraxis und ermöglicht Studierenden und Forschenden, innovative Materialien und Konstruktionen zu erproben. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Materialbibliothek, die nachhaltige Baustoffe erfahrbar macht und als Wissens- und Inspirationsquelle für zukunftsfähige Bauweisen dient. Das Labor selbst beruht auf einem studentischen Entwurf innerhalb der PBSA.
Das Vorhaben „lilmore“ am In-LUST sowie an der PBSA rückt die Suffizienz als zentralen Ansatz nachhaltigen Bauens in den Fokus. Im Sinne der Frage „Wie viel ist genug?“ zielt das Projekt darauf ab, Wohnflächen zu reduzieren und gleichzeitig eine hohe Wohnqualität zu sichern. Durch flächensparende, flexible Wohnkonzepte werden Ressourcenverbrauch und CO₂-Emissionen gesenkt und zugleich Fragen sozial gerechter Wohnraumverteilung adressiert.