Hochschule Düsseldorf
University of Applied Sciences
Peter Behrens School of Arts
Fachbereiche Architektur und Design

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PBSA > Sprache als Ereignis
Peter Behrens School of Arts / Ausstellung, PBSA
12.10.2016

Sprache als Ereignis. Ein allegorischer Liebesbrief

​„Sprache als Ereignis. Ein allegorischer Liebesbrief“, so lautet der Titel der Ausstellung zu „Ideen. Das Buch Le Grand von Heinrich Heine“. In Kooperation mit dem Heinrich-Heine-Institut haben Studierende des Fachbereichs Design der Peter Behrens School of Arts der Hochschule Düsseldorf unter Leitung ihrer Dozentinnen Prof. h.c. Irmgard Sonnen und Kathrin Tillmanns eine facettenreiche Schau entwickelt, die vom 16. Oktober bis zum 22. Januar 2017 im Institut zu sehen ist. Die Ausstellung soll zeigen, dass die Literatur Heinrich Heines zeitlose, universelle Themen mit einer ebenso kunstvollen wie humorigen Ausdrucksweise kombiniert, und somit bis heute auf seine Leserinnen und Leser eine Anziehungskraft ausüben kann.

Prof. h.c. Irmgard Sonnen: „Gerade das Fragmentarische, die Offenheit der Form ist für eine gestalterische Umsetzung eine große Herausforderung“.

Zwei Semester forschten Studierende mit einer umfassenden Recherche und Neugestaltung zu „Ideen. Das Buch Le Grand“ von Heinrich Heine. Entstanden sind daraus Buchobjekte, Plakate und eine Medieninstallation, in denen sich die Studierenden intensiv mit dem komplexen und gleichermaßen fragmentarischen Werk Heines auseinandergesetzt haben. „Gerade das Fragmentarische, die Offenheit der Form ist für eine gestalterische Umsetzung eine große Herausforderung“, freute sich Prof. h.c. Irmgard Sonnen bei der Pressevorstellung über die anspruchsvollen Realisierungen ihrer Studierenden. Von den angehenden Designerinnen und Designern wurden die Phänomene Stillstand und Bewegung, der schnelle Wechsel von Stil und Sprachebenen, das Überschreiten von Gattungsgrenzen, das Prinzip der Collage und der Gegensatzpaare untersucht. Dabei entstanden Bildkonzepte in Form von Fotografien oder Fotomontagen, immer mit dem Ziel, eine Verbindung zu den Texten Heines herzustellen. Die Umsetzungen der Studierenden sollen Heines Einfallsreichtum und Esprit in die Gegenwart transportieren, sodass die Besucherinnen und Besucher sowohl die Sprachkunst des Dichters als auch die Kreativität der Neugestaltung erleben.

Typografie kann Sprache sichtbar machen. Sprache wird zum Ereignis.

Angelehnt an eine Form des Reisebildes, das eine Collage aus verschiedenen Textfragmenten ist, besteht so zum Beispiel das Bildkonzept der Studentin Anna Gepting ebenfalls aus Collagen. Dabei werden größtenteils Bilder verwendet, die die Zeit Heines reflektieren.

Die offene Schreibweise Heines, das scheinbar unverbundene Neben- und Nacheinander, veranlasste auch die Studentin Lisa Köhler, die Collage als Gestaltungselement einzusetzen. Diese Technik ermöglichte es ihr, abstrakte Bild- und Farbwelten zu ausgewählten Textpassagen herzustellen, die dem Leser/der Leserin Zeit zur eigenen Gedankenreflexion bieten.

Mit einer inhaltlich sehr emotionalen typografischen Inszenierung führt Nicole Szklarek die Betrachter/innen in ihr Objekt. Die Studentin hat das Gesamtwerk von Heines „Buch Le Grand“ auf vier Leporellos gestaltet und nach den Motiven Liebe, Schriftstellerei, Französische Revolution und Liebe aufgeteilt. Jedes zentrale Element hat sie nach Heines Gefühlszustand und innerer Einstellung farblich und typografisch arrangiert, um seine Sprachkunst gelungen sichtbar zu machen.

Ebenfalls emotional hat sich auch Stephan Schröder dem Werk des Düsseldorfer Dichters genähert. Beim Lesen hat er die einzelnen Teile in gedanklich verschiedene Farbwelten übersetzt. Entstanden sind daraus abstrakte Farbkonstellationen, die auf dem Wort Heines beruhen. Dazu hat er für seine mediale Arbeit Details von Mikroorganismen, die er unter dem Mikroskop untersucht hat, fotografisch festgehalten. Das Besondere an seiner Installation ist dabei, dass der danebenstehende Heine-Text das Bild oder vielmehr die Abstraktion deutet und nicht wie häufig umgekehrt, das Bild den Text erhellt.

Besonders bemerkenswert bei allen Exponaten der 15 Studierenden ist die sichtbare Tatsache, wie fundiert sie sich mit dem Werk, Leben und Wirken des Schriftstellers auseinandergesetzt haben.

Programm rund um die Ausstellung:

Ausstellung 16.10.2016 - 22.01.2017
Heinrich-Heine-Institut, Bilker Straße 12-14
Vernissage 16.10. 2016, 11 Uhr

Unter Beteiligung der Studierenden finden zudem an folgenden Tagen Führungen statt - jeweils 18 Uhr

26.10.2016
09.11.2016
21.12.2016

22.01.2017: Finissage um 11 Uhr

Weitere Informationen und Einblicke in die Ausstellung:
http://design.hs-duesseldorf.de/heine/a_projekte

Anna Gepting stellt Ihr Bildkonzept zum Buch „Ideen. Das Buch Le Grand“ Heines vor. Das Konzept besteht aus Collagen, die Heines Zeit reflektieren.
Anna Gepting stellt Ihr Bildkonzept zum Buch „Ideen. Das Buch Le Grand“ Heines vor. Das Konzept besteht aus Collagen, die Heines Zeit reflektieren.
Prof.in h.c. Irmgard Sonnen freute sich über die intensive Auseinandersetzung und die gelungenen Ergebnisse Ihrer Studierenden.
Prof.in h.c. Irmgard Sonnen freute sich über die intensive Auseinandersetzung und die gelungenen Ergebnisse Ihrer Studierenden.
Jill-Alisa Fingerhut zeigt in ihrer typographischen Inszenierung die Gegensätzlichkeit in Heines Buch „Ideen. Das Buch Le Grand“. Fotos (3): Victor Wunderlich
Jill-Alisa Fingerhut zeigt in ihrer typographischen Inszenierung die Gegensätzlichkeit in Heines Buch „Ideen. Das Buch Le Grand“. Fotos (3): Victor Wunderlich