Der Fachbereich Architektur & Innenarchitektur freut sich, Dr. Mathew Emmett für das Masterstudio mit dem Thema ´NeuroEcological Architecture: Reimagining Architecture as Living Spaces´ im Sommersemester 2025 willkommen zu heißen!
Dieses Projekt lädt dazu ein, Architektur auf eine neue Art und Weise zu betrachten: Als Erlebnisraum und als lebendiges ökologisches System. So werden die Entwürfe Technologie und Natur kombinieren, um etwas zu schaffen, das sich den Menschen und der Umwelt anpasst und mit ihnen interagiert.
Dr. Mathew Emmett ist Akademiker, Forscher und Praktiker, der die Schnittstellen von Architektur, audiovisueller Performance und ökologischer Kritik erforscht. In seiner forschungsgeleiteten Praxis betrachtet er Architektur als kommunikativen und performativen Akt und untersucht, wie räumliche Gestaltung neue Formen der Interaktion, des kulturellen Aktivismus und der Auseinandersetzung mit globalen Krisen ermöglichen kann. Als Alumnus der Architectural Association wurde Emmett mit dem Gardener Theobald Scholarship sowie dem Sir Herbert Henry Bartlett Award der Bartlett School of Architecture ausgezeichnet. Während seines Studiums an der AA hatte er die Gelegenheit, Karlheinz Stockhausen kennenzulernen, was ihm eine finanzierte Einladung zu den Meisterkursen des Komponisten in Kürten, Deutschland, einbrachte. Er promovierte im Bereich situierte Kognition und Architektur und verfügt zudem über eine Fine Art Foundation von Central St Martins.
Seine Praxis bewegt sich fließend zwischen den Disziplinen. Als Vertreter Großbritanniens im Bereich Videokunst bei der Kulturolympiade Paris 2024 stellte Emmett Polluted Pool im Château de Montsoreau, einem UNESCO-Museum für zeitgenössische Kunst, aus. In seiner Forschung setzt er sich kritisch mit dem Capatacene – der Verflechtung von Kapitalismus und ökologischem Kollaps – auseinander und hinterfragt die Rolle der Architektur in den zeitgenössischen Krisen. Zu seinen bemerkenswerten Werken gehören The Albatross, Rhode Island (2024), das die Vogelgrippe als Index des ökologischen Zusammenbruchs untersucht, und St. Sebastian: Plague Memory, eine immersive Mehrkanal-Installation im Museo dell’Arte Classica in Rom (2022), die sich mit der räumlichen Politik von Krankheit und Erinnerung beschäftigt. 2016 führte er Sender Receiver zur Eröffnung des Blavatnik-Gebäudes in der Tate Modern auf. Bereits 2015 gründete er gemeinsam mit Kraftwerk-Mitbegründer Eberhard Kranemann Space Interface, eine Plattform für audiovisuelle Performances, die Architektur und neue Medien miteinander verbindet.
Als geprüfter Architekt hat Emmett mit Charles Jencks, Studio Libeskind, YRM Architects sowie Acanthus Ferguson Mann und Harrison Sutton Partnership LLP zusammengearbeitet. Als Forschungsleiter des mit 4,1 Millionen Euro dotierten Marie-Curie-Cognovo-Projekts der EU leitete er interdisziplinäre Forschungen im Bereich architektonischer Innovation. Zudem betreut er Doktoranden und fungiert als Prüfer, wobei sein Fokus auf spekulativem Design, kritischer räumlicher Praxis und widerstandsfähigen Landschaften liegt. Seine Lehrtätigkeit erstreckt sich auf internationale Institutionen, darunter die City University of Macau, das NHM New Human Media in Uruguay, die Technische Universität Eindhoven, die Detmolder Schule für Architektur, das Chelsea College of Arts, das Royal College of Art und die University of Plymouth. Darüber hinaus ist er regelmäßiger Gastkritiker für UNIT 22 an der Architectural Association.