Hochschule Düsseldorf
University of Applied Sciences
Peter Behrens School of Arts
Fachbereiche Architektur und Design

​​​​​​​​​​​LEHRGEBIET 3D KOMMUNIKATION

Die Lehre der 3D Kommunikation liegt an der Schnittstelle von Architektur, Innenarchitektur und Kommunikationsdesign. Ihr kommt eine Schlüsselstellung der Peter Behrens School o​f Arts zu, da sie die drei Disziplinen vereint.
In den Grundlagen der 3D Kommunikation steht im Zentrum der Lehre ein Konzept der „Räumlichen Erzählungen“ oder „Spatial Narratives“. Raum kann mit Hilfe von Raumform, Erschließung, Bewegung der Menschen im Raum, Kennzeichnung/Typografie, Bildprogramm, Medieneinsatz und Licht Geschichten erzählen. Das Konzept und die Wirkungsweise der Spatial Narratives wird an Beispielen aus der Design- und Baugeschichte, des Sakral- und Ausstellungsbaus analysiert. Die „architecture parlante“ der Revolutionsarchitekten Ledoux und Boulleé, die „pattern language“ von Christopher Alexander und andere Theoretiker wie Posener, McLuhan, Barthes und Diedrichsen werden behandelt. Der Begriff der Filter an den Beispielen Parametrik, Ritual, Semantik, Szenografie und weitere Optionen wird vorgestellt.
 
Die Lehre ist prozessorientiert und wird mit Projekten gekoppelt, in dem die Studenten Gestaltungsprinzipien der Spatial Narratives selbst entwickeln und erfahren können. Die Projektthemen im Bereich Retail Design, Exhibition Design, Kommunikationsdesign oder Applied Art and Design entstehen oft in Kooperation mit Marken oder Partnern aus der Industrie. Der Entwurf wird generiert aus der gegebenen Aufgabenstellung und der gewählten Story, der Erzählhaltung und den daraus abgeleiteten räumlichen Kommunikationsformen. Dieser Entwurf wird dann als eine räumliche Umsetzung formuliert. In Einzel- oder Gruppenkorrekturen wird in Interaktion die Essenz des Entwurfes erarbeitet. Die Entwicklung und Darstellung des Entwurfes erfolgt auch mit Hilfe von Arbeits- und Präsentationsmodellen im geeigneten Maßstab bis hin zu 1:1 Prototypen, ganzen Ladeneinrichtungen, Popup Stores, Ausstellungen oder Messeständen.
 
Zentrales Element ist dabei die Einbindung von 3D Konstruktion- und Darstellungsprogrammen wie Rhinoceros und parametrisches Entwerfen mit visuellen Programmiersprachen wie Grasshopper. Die Studenten erlernen den Umgang mit dem Interface und das Modellieren mit Rhinoceros. Die digitalen Modelle werden in einem Prozess von CAD to CAM z.B. zerlegt, abgewickelt, auf Plattenmaterial verteilt und für die digitale Fertigung vorbereitet. Diese so entstehenden Werkteile werden dann in den Werkstätten mit denen dort vorhandenen CNC Maschinen in additiver oder subtraktiver Technik gefertigt und mit analogen Techniken ergänzt bzw. in der Endmontage zusammengefügt und oberflächenbehandelt.
 
Die digitalen Techniken dienen dabei nicht der Darstellung eines in anderen Medien gewonnenen Gestaltungskonzeptes sondern nehmen iterativ direkt Einfluss auf die Entwurfsgenerierung.
 
Prof. Dipl. Ing. Bernhard Franken ist seit den 90er Jahren einer der Pioniere des Digitalen Entwerfens und der Realisierung von so entworfenen Projekten mit digitalen Fertigungsmethoden. Darüber hinaus hat er das Konzept der Spatial Narratives für Ausstellungen, Messestände, Retailkonzepte, Hospitalityprojekte bis hin zum Wohnungsbau entwickelt.


​​​