Hochschule Düsseldorf
University of Applied Sciences
Peter Behrens School of Arts
Fachbereiche Architektur und Design

Gemeinsam mit den späteren Nutzern und in Kooperation mit den AIT ArchitekturSalons, mit lokalen Helfern und Firmen, dem südafrikanischen Büro CS Studio um die 

lokale Architektin Carin Smuts, Fachingenieuren und dem Kulturamt der Stadt Kapstadt entwarfen,planten und bauten Architekturstudenten von 2013 - 2015 ein multifunktionales Kinder- und Jugendzentrum in einem Township Kapstadts.

​Neben dem Team der PBSA Düsseldorf um Prof. Judith Reitz, mit dem Werkstattleiter Franz-Klein-Wiele und dem Assistenten Thomas Georg Schaplik waren auch die RWTH Aachen unter Bernadette Heiermann und Nora Müller als auch das Georgia Institute of Technology aus Atlanta unter Prof. Daniel Baerlecken beteiligt. 




​Das Design.Develop.Build. - Programm an der Peter Behrens School of Arts – Hochschule Düsseldorf integriert praktische Lehre als Konzept, um das verantwortliche Handeln zu stärken und das experimentelle Denken zu fördern. Das Programm is offen für verschiedenste Kollaborationen und Partnerschaften.


Diese Methodologie hat eine neue Studientypologie ausgebildet: Als Teil des akademischen Studiums lernen die Studierenden, Ideen real zu implementieren und sich von der Theorie zur Praxis zu bewegen. Die Studierenden absolvieren alle Planungs- und Realisierungsphasen. Von der ersten Entwurfsskizze über Detailplanung, 1:1 Mock-ups, Realisierung, Kosten- und Bauzeitenkontrolle und im Anschluss auch die Bauüberwachung. Die unmittelbare Erfahrung des Prinzips 
»BUILD TOGETHER – LEARN TOGETHER« prägt nachhaltig die Studierenden, aber auch alle beratenden Firmen, Sponsoren und die Bauherren der Projekte.


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Mit dem Guga Children’s Theater ist als Erweiterung des in den 90er Jahren von Carin Smuts geplanten Kulturzentrums Guga S’Thebe in Langa, Kapstadt ein Anziehungspunkt für viele Künstler, Kinder und Jugendliche wie auch internationale Touristen entstanden.​Das Kulturzentrum ist das Herz des Townships Langa und brauchte dringend eine Erweiterung für Kinder- und Jugendbildungsarbeit. Im Laufe der Jahre hat sich die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, die von lokalen Lehrern und Künstlern unterrichtet werden, zu einem Schwerpunkt des Kulturzentrums entwickelt. Mit dem neuen Gebäude entstand ein Ort, der außerhalb der Schule und abseits von oft schwierigen Verhältnissen Zuhause, Raum für gemeinsames Lernen, Musizieren, Kreativität, Betreuung, Verpflegung und Bildung bietet.

Ziel war es, durch Partizipation, soziale Integration und die Implementierung von wiederverwerteten Materialien ein innovatives Gebäude zu erzeugen. Der Schwerpunkt lag hierbei auf der Verwendung von lokalen, nachhaltigen und recycelten Materialien. Als Teil des „ World Design Capital 2014“ Programmes wurde das Guga Children’s Theatre im Herbst 2015 feierlich eröffnet. Im Sommer 2015 begann aber bereits das Kinder- und Kulturprogramm im neuen Gebäude im Rahmen eines internationalen Kooperationsprojektes.
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Lage und Ausrichtung des rechtwinkligen Baukörpers richten sich nach einem vorgefundenen, zu Zeiten der Apartheid informell gewachsenen Fußweg, der ein wichtiger Ort von täglichem Austausch war und auch heute noch ist. Im Zusammenspiel mit dem bestehenden Gebäudeensemble entsteht ein zentraler Außenraum, der auch Zuschauerraum für die Außenbühne des Theaters ist.


Einen großen Raum mit kleinem Budget zu bauen, erforderte Strategien einer erfinderischen Pragmatik und des offenen Diskurses. Diese beziehen sich zugleich auf den gebauten Raum wie auf den Entstehungsprozess. Der Fokus lag auf der zeitgemäßen Verwendung lokaler, traditioneller und rezyklierter Materialien. Konstruktion und Betriebskonzept sind von großer Robustheit gekennzeichnet, das Raumkonzept bietet vielfältige Möglichkeiten zur Aneignung. In den Entwicklungsprozess waren Nachbarn, spätere Nutzer, Vertreter der Politik und die örtliche Heritage Foundation involviert.